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Stück über Robert Schumann auf Schloss Leubnitz
Der bekannte Schauspieler Wilfried Pucher ist in einer
Paraderolle zu sehen
Der Komponist Robert Schumann steht im
Mittelpunkt einer Veranstaltung, die am Samstag, dem 14.
Januar, 15.00 Uhr auf Schloss Leubnitz beginnt. Im Festsaal des
Baudenkmals ist das dem großen Musiker gewidmete
Zwei-Personen-Stück „Der geschwätzige Gast“ mit
Wilfried Pucher in der Hauptrolle zu sehen.
In Leubnitz wird am 14. Januar auch ein Rahmenprogramm
geboten. Zur Einstimmung musizieren Plauener Musikschüler
und Volker Müller hält einen kurzen Vortrag zum Thema „Die
Schumanns und das Vogtland“,
der musikalisch von Marlies Skamletz und Madlen Fuchs aus
Leubnitz am Klavier untermalt wird.
Das Robert-Schumann-Jahr 2010 hat mit einer Fülle von
Konzerten, Ausstellungen und Veröffentlichungen
eindrucksvoll gezeigt: Das Werk des sächsischen Komponisten
ist lebendiger denn je, Robert Schumann gehört zu den großen
schöpferischen Gestalten der Weltmusik. Allerdings geben
sein Leben und Schaffen nach wie vor auch Rätsel auf. Am
Samstag, dem 14. Januar, bietet sich auf Schloss Leubnitz
die Gelegenheit, dem großen Zwickauer Sohn auf teils
unterhaltsame, teils besinnliche Weise ein wenig näher zu
kommen, wenn 15.00 Uhr im Festsaal Volker Müllers Schauspiel
„Der geschwätzige Gast“ mit Wilfried Pucher in der
Hauptrolle zu sehen ist.
Das Projekt hat eine interessante Geschichte. Müller
schickte sein Textbuch 2009 an sächsische und thüringer
Theater in der Annahme, das Thema fände im Hinblick auf das
Schumann-Jahr 2010 Interesse. Als dem nicht so war,
ermunterte ihn Wilfried Pucher, das Zwei-Personen-Stück auf
eigene Rechnung zu inszenieren. Mit Pucher in der Hauptrolle
ging am 5. September 2010 die begeistert aufgenommene
Premiere im Festsaal des Unteren Schlosses in Greiz über die
Bühne. Weitere zehn Aufführungen – so zu den Schumann-Festen
in Zwickau und Bonn und auf dem Sächsischen Musikschultag in
Reichenbach – sollten folgen.
„Der geschwätzige Gast“ ist ein gewagtes Unterfangen.
Schumann selbst tritt darin nicht auf. Nicht einmal seine
Musik ist präsent. Es erklingt überhaupt kein Ton. Das eine
gute Stunde dauernde Schauspiel führt nach Dresden-Loschwitz
zum alten Friedrich Wieck, dem Vater Clara Schumanns, der
seinerzeit alles tat, um die jungen Leute auseinander zu
bringen. Wieck bekommt überraschend Besuch. Wilhelm Joseph
von Wasielewski, der Bonner Musikdirektor und erste Biograf
Schumanns, steht vor der Tür. Während der nachfolgenden
Begegnung wird viel geredet, gegrübelt, geklagt und
geträumt, bis alles ein überraschendes Ende findet …
Die von Pucher brillant umgesetzte Textvorlage schrieb
Müller im Zuge seiner Arbeit an dem im Kölner Musikverlag
Dohr herausgegebenen Buch „Die geschwinde Promotion – Robert
Schumann und Thüringen“. Zusammen mit weiteren
Schumann-Stücken des Greizers erschien „Der geschwätzige
Gast“ in dem Band „Im wunderschönen Monat Mai“.
Wilfried Pucher (Hainsberg/Berlin)
1940 geboren in Hainsberg bei Langenwetzendorf
1960 – 1964 Studium an der Schauspielschule Berlin
1964 – 1971 Schauspieler an den Theatern in Gera und Potsdam
1971 – 1991 Mitglied des Schauspielensembles des
Fernsehfunks der DDR
nach 1991 Schauspieler am Theater Detmold, Gastspiele,
Soloprogramme
nach 2005 vermehrte Wirksamkeit als Schauspieler, Regisseur
und Förderer von Kunst und Kultur im Vogtland
Wilfried Pucher wirkte in über 200 Filmen mit (so in „Die
Beunruhigung“, „Der Schweigsame“ oder „Einer trage des
anderen Last“). Populär wurde er Ostthüringer vor allem als
Erster Offizier Schulze in der 1974 bis 1976 auf dem Lehr-
und Frachtschiff „Johann Gottlieb Fichte“ gedrehten Serie
„Zur See“ sowie in verschiedenen Rollen der Reihe
„Polizeiruf 110“.
2009 inszenierte Pucher für den Greizer Theaterherbst
bereits Müllers Stück „Der Preisträger“.
Volker Müller (Greiz)
1952 geboren in Plauen, aufgewachsen in Hohndorf bei
Elsterberg
1970 - 1974 Lehrerstudium (Deutsch/Russisch) in Erfurt
1974 - 1977 Lehrer in Groß Kreutz (Kreis Potsdam-Land)
1977 - 1990 meist als Musiker tätig
1990 – 1996 Redakteur der „Thüringenpost“ in Greiz
seit April 1998 freier Journalist (u.a. „Freie Presse“, „Das
Orchester“, „Thüringen Kulturspiegel“) und Autor, zwei
Schriftsteller-Stipendien des Freistaats Thüringen
Bücher
Null Bock auf Entenjagd. Feuilletons und Betrachtungen zum
Bach-Jahr 2000. Mauer Verlag. Rottenburg 2001.
Der Weg nach Sanssouci. Das Fontane-Jahr. Königshausen &
Neumann. Würzburg 2001.
Prominente Pilzvergiftungen. Portraits. Edition Muschelkalk,
Band acht. Wartburg Verlag. Weimar 2002.
Tausend und eine Leidenschaft. Feuilletons, Szenen,
Reisebilder, Essays aus Deutschland zum Tschechow-Jahr unter
besonderer Beachtung Thüringens. Ingo Koch Verlag. Rostock
2004.
Der Zauberflöte zweyter Theil. Mozart und Thüringen - ein
kleiner Streifzug. Wartburg Verlag. Weimar 2006.
Das Galakonzert. Kleine Prosa. Wartburg Verlag. Weimar 2008.
Die geschwinde Promotion. Robert Schumann und Thüringen.
Christoph Dohr Verlag. Köln 2009.
Im wunderschönen Monat Mai. Drei Schumann-Stücke. Gottesgrün
2010.
Im März 2012 erscheint im UND-Verlag Stadtroda der
Erzählungsband „Kormorane“.
Foto von Karsten Schaarschmidt ©
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