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Das Müllerwappen
Die Darstellung läßt
verschiedene Deutungen zu. Das Wappen zeigt die für einen
Müller notwendigen Dinge, die er bei seiner Arbeit zu
beachten hatte. Die beiden in eine Zahnrad greifenden Löwen
symbolisieren die notwendigen großen Kräfte, wie Wasser oder
Wind. Der gespreizte Zirkel macht deutlich, daß im
Müllerhandwerk ein hohes technisches Wissen für eine
einwandfreie, abgestimmte Funktion der sich der bewegenden
Teile (Lager, Mühlstein usw.) erforderlich ist. Die beiden
Ähren zeigen bildlich, das zu bearbeitende Getreide. Der
alte Müllergruß “Glück zu” läßt sich folgendermaßen deuten.
Bei der Arbeit des Müllers war ständig Glück notwendig,
denn Brände, Mißernten, Unwetter oder Havarien waren immer
mit Verdienstausfall verbunden oder konnten
existenzvernichtend sein.
"Glück zu" hieß der Müllergruß
Der Müllergruß hat seinen Ursprung in der Zeit, als die
freigesprochenen Müllergesellen auf Wanderschaft gingen. Auf
der Wanderschaft gab es bestimmte Rituale, zu denen auch die
Begrüßung zählte.
Der Geselle schritt zur Mühlentreppe, steckte den Stock
durch die dritte Stufe, legte sein Bündel daneben und
wartete, vom ältesten Gesellen mit "Glück zu!" angesprochen
zu werden. Die Antwort lautete: "Schönen Gruß von Meistern
und Gesellen!" Es folgte ein kurzer Plausch über Gott und
die Welt
.... Später beim Müllermeister oder Mühlenbesitzer:
Wandergeselle: "Glück zu! Gruß von Meistern und Handwerk!"
Müller: "Willkommen und Glück zu, Geselle!" Wandergeselle:
"Herr Meister! Mit Gunst und Erlaubnis, ist es erlaubt, um
Arbeit anzusprechen?"
"Glück zu!" galt auch als Abschiedsformel, nämlich Glück zu
auf allen (weiteren) Wegen, denn die Wanderschaft war sicher
nicht immer ungefährlich.
Glück brauchte der Müller in besonderem
Maße
Unvorhersehbaren Geschehnissen und sogar Gefahren war er in
seiner Mühle ausgesetzt. Hochwasser drohte seinem Anwesen,
Mühlsteine konnten sich im schnellen Lauf erhitzen und sogar
auseinander reißen, im Winter ließ Eis das Mühlrad ruhen,
Antriebsräder konnten brechen, denn alles unterlag ständig einer
hohen Beanspruchung. Auch der normale Arbeitstag war schwer. Es
wurde gearbeitet, wenn es die Bedingungen zuließen. Tag und Nacht,
auch an Sonn- und Feiertagen, wo sonst die Arbeit ruhte,
Zwangspausen drohten immer. Der Sommer ließ das Wasser knapp werden,
der Winter ließ es zu Eis erstarren. Vom Geschick des Müllers, von
seiner Erfahrung und dem Können war das erfolgreiche Klappern der
Mühle abhängig. Überall im Anwesen waren die Geräusche der Mahlgänge
hörbar und zu fühlen: Rütteln, Schütteln, Knarren, Knirschen,
Klopfen ... Schon im voraus hörte das geübte Ohr des Müllers, wenn
Unheil drohte. War das Korn in der Gosse alle, ertönte der
Klingelmann, ließ die Qualität des Mehles nach, mussten die
Mühlsteine neu bearbeitet werden. Ein gutes Mehl erforderte 7
Mahlgänge - 7mal wurde das gleiche Mahlgut in Säcken wieder nach
oben getragen. Wenn das Mühlrad sich unregelmäßig drehte, mußte das
Wasser reguliert werden. Der Müller kam nur selten zur Ruhe. Er
wohnte mit seiner Familie und den Knechten in der Mühle. Meist war
es das Obergeschoß der Wassermühle. Neben der Instandhaltung der
Anlage, musste das gesamte Haus ständig von feinem Mehlstaub
gesäubert werden. Über ankommendes Korn und abgeliefertes Mehl und
die Kleie wurde genau Buch geführt. Augen, Ohren und Hände des
Müllers wurden immer und überall gebraucht. Anstrengung, Mühe und
Sorgen gehörten zum Leben des Müllers und der Müllerin. Oft wurde
auch noch eine kleine Landwirtschaft betrieben. Hier war die
Müllerin zuständig, obwohl auch sie einen langen Arbeitstag hatte.
Neben ihrer Hilfe in der Mühle, bewältigte sie den Haushalt, mußte
kochen, waschen, putzen, nähen, die Kinder und die Knechte
versorgen. "Glück zu!" brauchten auch die Müllerin und alle anderen
Bewohner der oft abseits im Tal gelegenen Mühle.
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